Seminar 2022 - Familientherapie für Anorexia nervosa: Training im Maudsley Modell

Das renommierte Helm Stierlin Institut in Heidelberg bietet im Mai/November 2022 ein Seminar für Fachpersonen als Einführung für die Maudsley Methode an.

International gilt heute das Maudsley Model als die erfolgversprechendste Vorgehensweise bei Jugendlichen mit Magersucht, deren Wirksamkeit auch empirisch hervorragend bestätigt ist und weltweit als state of the art gilt. Dieses systemische Behandlungsmodell betont die Bedeutung einer guten Kooperation mit Familien, ist stärken- und ressourcenorientiert und will zugleich Eltern als auch die betroffenen Jugendlichen stärken.

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Setzen wir die Zielgewichte zu niedrig an?

Ich habe auf der kürzlich stattgefundenen International Conference on Eating Disorders in Chicago an einer Plenarsitzung teilgenommen. Das Thema war: Genesung von einer Essstörung. Wie definieren wir sie? Wie sieht sie aus? Und sollte sie immer im Mittelpunkt stehen?

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Keine Angst vor Fearfood!

Das Thema Fearfood ist wohl ein Thema, das uns als Eltern ständig beschäftigt und an dem wir uns nicht selten die Zähne ausbeissen. So unterschiedlich die Anorexie bei jedem Kind verläuft, so unterschiedlich ist auch das jeweilige Fearfood. Es gibt Kinder, die nach Monaten noch immer vor dem Anblick einer Kartoffel in Schockstarre verfallen, während andere bereits wieder Eis und Schokolade essen. Aber wogegen kämpfen wir eigentlich beim Thema Fearfood, gegen die Angst vor einem Nahrungsmittel, gegen eine Süssigkeit, eine Coca Cola, gegen ein Krankheitssymptom oder gar gegen ein gesellschaftliches Phänomen?

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Phase II erfolgreich bewältigen

Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass es bei dem Maudsley-Approach oder bei Family-Based Treatment (FBT) nur um die elterliche Kontrolle der Nahrungsaufnahme geht. Während Phase I von FBT von den Eltern verlangt, die vollständige Verantwortung für die Nahrungsaufnahme ihres kranken Kindes zu übernehmen, um ihm zu helfen, sein Gewicht wiederherzustellen, umfasst FBT auch zwei weitere sehr wichtige Phasen. In Phase II geben die Eltern die Kontrolle über die Nahrungsaufnahme an ihr Kind zurück, wenn es wieder gesund genug und bereit zu sein scheint, selbständig zu essen. Phase III beinhaltet die Unterstützung des Heranwachsenden bei der Rückkehr zur normalen Entwicklung und beim Aufbau einer gesunden Identität.

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Der Übergang in die Selbständigkeit (in Zeiten von Corona)

2020 war ein Jahr des Umbruchs. Neben allem anderen, womit wir uns beschäftigen mussten, hat jeder Kliniker, mit dem ich gesprochen habe, wahrgenommen, dass die Rate der Essstörungen in die Höhe geschossen ist. Die National Eating Disorders Association meldet einen monatlichen Anstieg der Anrufe bei ihrer Hotline um bis zu 78 %. Der Zugang zur Behandlung ist schwieriger geworden. Social Distancing führt in den Behandlungszentren zu weniger Kapazitäten, und es bilden sich immer längere Wartelisten.

Gleichzeitig hat die Pandemie ideale Bedingungen für Familien geschaffen, um eine familienbasierte Behandlung (FBT) für ihre Teenager mit Essstörungen zu beginnen. Da die Schulen für einen Großteil des Jahres geschlossen waren und die meisten Erwachsenen von zu Hause aus arbeiteten, war es noch nie bequemer, die Mahlzeiten ihrer Kinder mit Essstörung zu verwalten und zu beaufsichtigen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Eltern zur Schule fuhren, um mit ihren Kindern im Auto zu essen.

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Mit AN sprechen

Im Allgemeinen mag ich es nicht besonders, in Bezug auf eine furchtbare Krankheit wie Anorexia nervosa die verharmlosende Bezeichnung AN  zu verwenden, aber es hat sich bei vielen unserer Familien so eingebürgert. Vielleicht erleichtert ihnen dieser geläufige Ausdruck die Auseinandersetzung mit einer Krankheit, die das Leben ihres Kindes - und damit auch ihr eigenes - "gekidnappt" hat und die jedes Gespräch zu Hause dominiert.

Wir lehren die Eltern, die Krankheit zu "externalisieren", das heißt, ihr Kind von der Krankheit zu trennen, um den Eltern zu helfen, zu verstehen, dass ihr Kind sich diesen Zustand nicht ausgesucht hat. Die an Anorexia nervosa (AN) leidende Person ist nicht mehr daran schuld als ihre Eltern oder als eine Person, die Diabetes hat.

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FBT Parent Group: Primer for Family Based Therapy (FBT)

Maria-Christina Stewart, Ph.D., a FBT therapist from Zurich/Switzerland, will run a 4-week group for parents that will meet each week for 2 hours at an agreed-upon time (e.g., 10 am - 12 noon on Saturdays). Here you can find her invitation to this group:

The group will be a primer for Family Based Therapy (FBT) for eating disorders. We will discuss what FBT is and what it looks like, cover the main concepts introduced in the beginning of FBT, discuss specific applications (eg., within the context of Anorexia and Bulimia Nervosa and ARFID), and address parents' questions and concerns about implementing it.

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FBT überleben! Tipps, die viele Eltern nützlich finden, wenn sie ihr Kind aufbauend ernähren

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin und des Verlages veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Leseprobe aus dem Buch "FBT überleben" von Maria Ganci. Der Text ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne Genehmigung des Verlages und der Autorin nicht andersweitig veröffentlicht werden.

Die deutsche Übersetzung des Buches ist bei Amazon als Taschenbuch und eBook erhältlich: https://www.amazon.de/gp/product/B08WCGSKFZ

Tipps, die viele Eltern nützlich finden, wenn sie ihr Kind aufbauend ernähren

  • Es ist am besten, abwechslungsreiche und auch angstbesetzte Nahrungsmittel gleich zu Beginn der aufbauenden Ernährung einzubeziehen. Wenn Sie Angstnahrungsmittel erst später einführen, wird es so sein, als würden Sie von vorne beginnen.

  • Tappen Sie nicht in die Falle, dass "gesundes Essen" Ihr Kind genesen lässt. Magersucht ist im Grunde die Angst vor Lebensmitteln, insbesondere vor hochkalorischen Lebensmitteln. Sie werden wissen, dass sich Ihr Kind erholt hat, wenn es alles ohne Angst essen kann. Ein gutes Zeichen der Genesung ist, wenn es alles essen kann, was es vor der Anorexie gegessen hat.
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Blick über den Tellerrand - Erfahrungsbericht zur Behandlung von Anorexie im europäischen Ausland (Spanien)

Es handelt sich um einen persönlichen Erfahrungsbericht, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit in Bezug auf die im Krankenhaus angewendete Behandlungsmethode erhebt. Die Erfahrungen sind rein subjektiver Natur, es sollten daraus keine verallgemeinernden Schlüsse gezogen werden.

Ich habe mir überlegt, dass es von Hilfe sein könnte, einmal zu erklären, wie in unserer Klinik in Spanien die Therapie abläuft. Erstmal ist vielleicht interessant zu wissen, dass in Spanien verschiedene Behandlungsansätze nebeneinander existieren, nicht in allen Kliniken wird gleich behandelt.

In wichtigen Unikliniken in Madrid, Barcelona, Valencia u.a. wird Magersucht seit vielen Jahren in Anlehnung an die Maudsley-Methode behandelt.

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Wie es mir heute geht

Mittlerweile sind über sechs Jahre vergangen und ich bin an dem Punkt angekommen, wo ich sagen kann, ich bin gesund und ich habe eigentlich alle Ziele erreicht, die damals auf meiner Liste standen. Damals hat meine Mutter mir, nach monatelangen wenig hilfreichen Klinikaufenthalten, zuhause mit FBT aus der Magersucht herausgeholfen. Ich kann essen, was ich will. Ich kann wieder lachen. Ich habe wieder ein ausgefülltes soziales Leben. Ich finde die richtige Balance im Leben. Ich kann mich annehmen, wie ich bin.

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Wie bringe ich mein Kind zum Essen?

Es ist nicht so, dass unsere Kinder nicht essen wollen, sie können es nicht.

Eine Essstörung macht Essen wirklich furchtbar. Dein Kind ist nicht stur: Es ist voll von furchteinflößenden Gedanken und Empfindungen, wenn es mit Essen konfrontiert wird. Vielleicht hält Deinem Kind ein "innerer Tyrann" eine Pistole an den Kopf und schikaniert es, um es einzuschüchtern. Solange es nicht isst, verschafft sich Dein Kind eine kurze Pause von der Panik und der Angst, die es fühlt.

Als liebende Mutter oder als liebender Vater kannst Du es Deinem Kind ermöglichen, trotz seiner Angst zu essen.

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Persönliche Erfahrungen einer Mutter aus Deutschland mit einer FBT Behandlung

Meine Tochter war fast 16 Jahre alt, als ich merkte, dass etwas nicht stimmte. Sie war nie ein dünnes Mädchen gewesen, aber nie übergewichtig, so gerade richtig würde ich sagen.

Sie aß etwas einseitig, gerne Mehlspeisen und Süßes und wenig Obst und Gemüse, aber sie war ein sehr gesundes Kind und nur sehr selten krank.

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